- Menschenrechte in Palästina
- 20.02.2010, Yahav Zohar, Gerechtigkeit ist der Weg zum Frieden, Vortrag und Diskussion
- Veranstaltungsreihe "Israel - Mythos und Wirklichkeit"
- Pressekonferenz zur Veröffentlichung der deutschen Übersetzung des "Goldstone Reports"
- Alfred Grosser, Interview mit der Taz, 28.09.2009
- Goldstone – „Gespräch“
- Hilferuf eines verzweifelten Israeli - Rezension von Avraham Burgs Buch "Hitler besiegen" durch Tamar Amar-Dahl
- Presseerklärung
Menschenrechte in Palästina
Menschenrechte in Palästina
Ein Bericht von
Abdulkarim Sa‘di
Abdulkarim Sadi wurde in Tulkarem geboren und studierte in Nablus Internationales Recht. Ab 1987 arbeitete er für lokale Menschenrechtsorganisationen in Palästina und für das Internationale Rote Kreuz. Seit der 2. Intifada im Jahr 2000 ist er „field researcher“ für die israelische Menschenrechtsorganisation B`Tselem in den besetzten Gebieten. Er berichtet über Menschenrechtsverletzungen der israelischen Armee an Checkpoints und an den Sperranlagen. Außerdem dokumentiert er Gewaltakte durch israelische Siedler gegen palästinensische Dorfbewohner. Dabei arbeitet er eng mit Organisationen wie der UN, Peace Watch Switzerland und internationalen Medien zusammen.
Abdulkarim Sadi hält sich auf Einladung von Peace Watch Switzerland zu einem Kurzbesuch in München und in der Schweiz auf. Er wird an diesem Abend über die aktuelle rechtliche Situation der Palästinenser und Palästinenserinnen in den besetzten Gebieten und die Verschärfung der Sanktionen durch die israelische Armee in den letzten Monaten berichten.
Moderation: Wolfgang Sréter
Wolfgang Sréter hielt sich in den Jahren 2008 und 2009 insgesamt dreieinhalb Monate als Menschenrechtsbeobachter in Palästina auf.
Veranstaltungsdaten:
Samstag, 20.03.2010 um 19.00 Uhr
Eine Welt Haus, Raum U20 Schwanthalerstr. 80, U4/U5
Jüdisch-Palästinensische Dialoggrruppe München
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Kontakt: mail@judith-bernstein.de; riyad.helow@web.de; www.jpdg.de; www.reiner-bernstein.de
GAZA - Das große Versagen: Kein Wiederaufbau, keine Regeneration, keine Ausreden mehr

Ein Bericht über die Situation im Gaza-Streifen
ein Jahr nach der Operation "Gegossenes Blei"
Vröffentlicht im Dezember 2009
Titelbild: Kadir van Lhuizen
Hier können Sie den gesamten Bericht als PDF lesen
1) Es gibt keine Ausreden mehr
Ein Jahr, nachdem Israel seine Militäroperation „Gegossenes Blei“ gegen den Gazastreifen begann, sind die durch den Angriff entstandenen großen Schäden an den Wohnhäusern, der öffentlichen Infrastruktur, der Ökonomie und Landwirtschaft nur in sehr geringem Umfang behoben worden.
Es liegt nicht in dem fehlenden Willen der Bevölkerung in Gaza zum Wiederaufbau oder am Mangel von Ressourcen. Im März 2009 hat die internationale Gemeinschaft Zusagen in Höhe von mehr als 4 Milliarden US-Dollar für den Wiederaufbau und die Unterstützung der palästinensischen Wirtschaft in Gaza gemacht.1 Auch fehlt es nicht an Arbeitskraft. Die arbeitslose Bevölkerung wäre bereit, ihre Fähigkeiten in den Wiederaufbau ihrer zerstörten Häuser zu investieren und die ruinierten Trinkwasser-, Abwasser und Stromversorgungssysteme wieder in Gang zu setzen. Die Grenzübergänge von Israel nach Gaza wurden Instand gesetzt und dabei Sicherheitsverfahren entwickelt und getestet, die eine umfangreiche Einfuhr von hierfür benötigten Materialien ermöglicht hätten. Aber das zugesagte Geld konnte nur in geringem Umfang ausgegeben werden. Die Waren und die Ausrüstung, die für den Wiederaufbau bestimmt sind, lagern außerhalb von Gaza in den Depots. So liegt Gaza selbst in weiten Teilen noch immer in Ruinen.
Dies ist kein Versehen, sondern eine Frage von Politik. Die die israelische Regierung verhängte 2007 die Blockade, nachdem Hamas die Kontrolle in Gaza übernommen hatte (dem gingen allerdings schon zuvor immer wieder Schließungen und Restriktionen voraus). Die Blockade verbietet den meisten Einwohnerinnen und Einwohnern, Gaza zu verlassen und Produkte jedweder Art zu exportieren. Selbst der Import ist auf eine eng beschränkte Anzahl von humanitären Gütern begrenzt. Die verzweifelt benötigten Baumaterialien fallen nicht unter die erlaubten Güter. Daher ist es der Zivilbevölkerung, der UN und den Hilfsorganisationen mit wenigen Ausnahmen nicht gestattet, Baumaterialien wie Zement oder Glas für den Wiederaufbau einzuführen.
Kairos-Palästina-Dokument
Stunde der Wahrheit: Ein Wort des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe aus der Mitte des Leidens der Palästinenser und Palästinenserinnen
Einführung
Nach Gebet, Nachdenken und Meinungsaustausch erheben wir, eine Gruppe christlicher Palästinenser und Palästinenserinnen, mitten aus dem Leiden unseres von Israel besetzten Landes heraus unsere Stimme zu einem Schrei der Hoffnung, wo keine Hoffnung ist, zu einem Schrei, der erfüllt ist vom Gebet und von dem Glauben an Gott, der in Seiner göttlichen Güte über alle Bewohnerinnen und Bewohner dieses Landes wacht. Uns beseelt das Geheimnis der Liebe Gottes zu allen Menschen, das Geheimnis Seiner göttlichen Gegenwart in der Geschichte aller Völker und in besonderer Weise in der Geschichte unseres Landes. Als Christen und Palästinenser verkünden wir unser Wort – ein Wort des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe.
Warum jetzt? Weil das tragische Schicksal des palästinensischen Volkes heute ausweglos geworden ist. Die Entscheidungsträger begnügen sich mit Krisenmanagement, anstatt sich der schwierigen Aufgabe zu unterziehen, nach einer Lösung für die Krise zu suchen. Die Herzen der Gläubigen sind erfüllt von Schmerz und von Fragen. Was tun die politischen Verantwortlichen in Palästina, in Israel und in der arabischen Welt? Was tut die Kirche? Hier geht es nicht allein um ein politisches Problem. Es geht um eine Politik, die Menschen vernichtet, und das geht die Kirche an.
Wir wenden uns an unsere Brüder und Schwestern, an die Glieder unserer Kirchen in diesem Land. Als Christen und Palästinenser wenden wir uns an unsere politische und religiöse Führung, an unsere palästinensische und an die israelische Gesellschaft, an die Weltgemeinschaft und an unsere christlichen Brüder und Schwestern in den Kirchen in aller Welt....
»Der Zionismus war eine koloniale Bewegung«
Gespräch mit Ilan Pappe. Über sein Buch »Die ethnische Säuberung Palästinas«, fortgesetzte Besatzung und Schritte zum Frieden im Nahen Osten
Interview: Rolf-Henning HintzeProfessor Ilan Pappe (geb. 1954) ist israelischer Historiker. Von 1984 bis 2007 lehrte er an der Universität Haifa, gegenwärtig an der Universität Exeter in England. Sein Buch »Die ethnische Säuberung Palästinas« (engl. 2006, dt. 2007) löste heftige Angriffe auf ihn aus.
Sie haben in Israel als Historiker viele Schwierigkeiten erfahren und sich am Ende entschieden, eine Arbeit im Ausland anzunehmen. Welche Art von Druck wurde auf Sie ausgeübt?
Ich würde zwischen dem Druck und dem Entschluß, in Europa zu leben, unterscheiden. Druck gab es zunächst einmal in meiner akademischen Umgebung, wo ich isoliert und boykottiert wurde. Ich konnte nicht an Seminaren und Konferenzen teilnehmen, meine Beförderung wurde auf Eis gelegt. Das war der eine Druck. Das andere waren häufige Todesdrohungen, sie kamen per Telefon, E-mail oder per Post. Viele davon waren wahrscheinlich nicht ernst gemeint, sondern nur ein Ausdruck von Haß, aber es gibt den Fall eines Professors, der nach solchen Drohungen mit einer Bombe angegriffen wurde. Ich entschloß mich zum Verlassen des Landes, weil es mir nicht möglich war, einen fruchtbaren Dialog mit meinen akademischen Kollegen und der Gesellschaft allgemein zu haben. Ich meinte, ich würde der Sache, von der ich überzeugt bin, viel mehr nützen können, wenn ich im Ausland arbeiten würde. Mir wurde immer klarer, daß Israel sehr viel Ähnlichkeit mit der weißen Apartheidgesellschaft in Südafrika auf dem Höhepunkt ihrer Macht hat, wo es unmöglich ist, von innen Veränderungsprozesse zu bewirken. Man kann das nur durch Druck von außen erreichen.
Den Artikel finden Sie unter: http://www.jungewelt.de/2009/12-05/005.php